20.05.2010

Zurück aus der Anstalt

Seit einigen Tagen bin ich nun wieder heimgekehrt und will sehen, ob mein Gedächtnistraining Früchte getragen hat, in dem ich euch von meinem Aufenthalt in der "Anstalt" sprich Rehaklinik berichte.
Nun gab es wieder eine kleine Unterbrechung, weil mir mein PC einen kleinen Schreck eingejagt hat und mich glauben lassen wollte, dass alle meine Fotos weg sind. Aber mein Sohn hat alles wieder hinbekommen und nun geht es weiter. Schließlich möchte ich euch im Anhang mit ein paar Fotos beglücken, woll?

Die Reha Klinik Plau am See heißt sicher so, weil man durch Plau Richtung Quetzin fahren muss und "Quetzin" kennt kaum einer. Aber sie liegt idyllisch unweit vom Plauer See ntfernt und hat auch gleich ein Krankenhaus mit eigenem Hubschrauberlandeplatz dabei. Das wiederum hatte zur Folge, dass man manchmal täglich durch landende und startende HS bzw. ihren damit verbundenen Lärm gestört wurde. Aber interessant war es schon.

Nun aber zu mir und meinen verordneten Behandlungen. Zu meiner Diagnose will ich hier nicht weiter eingehen, nur so viel - es war etwas neurologisches, soll heißen ich habs am Kopf, aber da bin ich, wie ich feststellen konnte, nicht die Einzige.

Also der Doc war auch ganz cool, ein kleiner mitdreißiger ausländischer Mitbürger mit dem verheißungsvollen Namen Al-Shamiri, der aber im Vergleich zu anderen ähnlichen Ärzten der Klinik sehr gut deutsch sprechen konnte und auch verstand, worum es geht.

Er verordnete mir nun folgende Behandlungen: Ultraschall für meine schmerzende Schulter, sozusagen als Zubrot, Gleichgewichtsschule, Wassergymnastik, Krankengymnastik (einzel), progressive Muskelrelaxation, Posturographie Diagnostik und Behandlung, Neuropsychologie, Krafttraining, Nordic Walking, Schultergymnastik, Gehirnleistungsdiagnostik und daraus resultierend Gedächtnistraining und die absolute Kröning war die Hydrojetmassage.

Also die Hydrojetmassage funktioniert folgendermaßen, man liegt auf einem warmen Wasserbett und von unten geht dann ein Hydrojetstrahl vom Kopf bis zu den Füßen mit einem vom Doc festgelegten Druck entlang. Natürlich war das für alle Patienten, die diese Verordnung hatten, das absolute highlight und besonders die Herren haben sich immer vorgenommen, statt auf dem Rücken, doch lieber auf dem Bauch zu liegen, aber keiner hat es sich je getraut. Sie hatten eben eine blühende Fantasie und der eine oder andere hat auch mächtig gestöhnt während der Behandlung. grins

Das war sowieso die beste Therapie, der Besuch im Raucherpavillon und die dort stattfindenden Gespräche bzw. Unterhaltungen; soll heißen lästern was das Zeug hält. Es kamen dort die unterschiedlichsten Typen und Charaktere zusammen, es wurden Geschichten erzählt, Witze gerissen und herzhaft gelacht.

Die Klinik ließ sich natürlich auch für die langen Abende was einfallen, wie der Auftritt der Linedancer, der Chirleader oder der Bauchtanzgruppe aus den umliegenden Orten. Diese Veranstaltungen, wie auch Disco oder Bauchredner, fanden in der Cafeteria statt, wo man u.a. auch ein gepflegtes Lübzer Pils oder einen trockenen Rot- und Weißwein bekam, obwohl in allen Unterlagen geschrieben stand, dass absolutes Alkoholverbot herrscht, hallo?

Bei meinem ersten kurzen Spaziergang am Ankunftstag, außerhalb des Klinikgeländes wunderte ich mich über die mit Wein-, Sekt- und Schnapsflaschen gefüllten Papierkörbe, aber nach den ersten paar Tagen war mir alles klar. grins

Nicht dass ihr denkt ich habe da mitgemacht, nur hin und wieder mal ein Gläschen Wein, was es ja offiziell im Hause gab und ich als Medizin verstand, gell?

Nun ja eine weitere lustige Angelegenheit war ja das Gedächtnistraining, an dem komischer Weise sehr viele meiner Rauchefreunde teilnahmen und der Spaß garantiert war.
Zuvor mussten wir aber besagte Gehirnleistungsdiagnostik über uns ergehen lassen. Die bestand aus einem 90ig minütigen Test, wo u.a. unser visuelles Gedächtnis, das logische Denken, das Kurzzeitgedächtnis usw. getestet wurden.
Zu Beginn wurde uns gleich gesagt, dass wir eh nicht alle Aufgaben schaffen werden und wir locker bleiben sollen.

Ich möchte nicht wissen, ob alle von euch Normalos das geschafft hätten, ich jedenfalls musste anschließend zum Gedächtnistraining. Die Sachen, die wir da gemacht haben, gibt es für Jedermann auch im Internet. (falls mal jemand üben möchte)

Nun wollt ihr sicher auch noch wissen was sich hinter Posturographie verbirgt.
Hierbei handelt es sich um die Gleichgewichtsdiagnostik und das Training für das Gleichgewicht.
Man stellte sich auf ein Wackelbrett, welches mit einem Computer verbunden ist und schaute einige Minuten auf den Bildschirm, dann musste man mit geschlossenen Beinen und Augen einige Minuten still stehen, bei mir hat es ganz schön gewackelt. Zum Glück stand Schwester Resi hinter mir, sonst wäre ich wohl umgefallen.
Nun ja, die Auswertung ergab, dass ich mein Gleichgewicht auf diesem Gerät trainieren sollte und das sah wie folgt aus: man steht also auf dieser posturographischen Plattform (ein großes dreieckiges Wackelbrett) und schaut auf den Bildschirm, auf welchem ein Kästchen erscheint. Mit Hilfe der Körperverlagerung muss man nun versuchen dieses Kästchen zu treffen, ist einem das gelungen, erschien besagtes Ding an einer anderen Stelle usw.
Wir nannten es Schiffe versenken. Eine Viertelstunde dauerte das Spektakel und nach den ersten Malen hatte ich ganz schön Muskelkater in den Beinen, aber es hat was gebracht.

Kommen wir nun zur progressiven Muskelrelaxantion (nach Jacobsen), das war auch etwas sehr angenehmes, zumal es im Liegen stattfand und manch einer ist dabei auch eingeschlafen.

Machen Sie bei jeder Anspannung und nach jedem Entspannen der Muskeln eine kleine Pause. (Finden Sie heraus welcher Rhythmus Ihnen am Besten hilft sich zu entspannen.)
Man liegt dabei also ganz bequem auf einer Liege oder Matte und die Therapeutin sprich tden folgenden Text und man muss diese "Übungen" ausführen.



Text zur Progressiven Muskelentspannung :


Spannen Sie Ihre rechte Hand an, indem Sie eine Faust machen.
Spüren Sie die Anspannung?
Beim nächsten Ausatmen lassen Sie wieder los.

Spannen Sie nun Ihren rechten Arm an, indem Sie Ihn leicht anwinkeln.
Fühlen Sie die Anspannung im Oberarm?
Halten Sie die Spannung kurz und entspannen Sie wieder.
Spüren Sie wie sich der Arm wieder entspannt, immer mehr und mehr?

Machen Sie nun mit Ihrer linken Hand eine Faust.
Mit dem nächsten Ausatmen lassen Sie wieder los.
Lassen Sie die Muskeln in der Hand ganz locker werden.

Spannen Sie jetzt Ihren linken Arm an, indem Sie Ihn leicht anwinkeln.
Fühlen Sie die Anspannung?
Nun lassen Sie wieder los.

Kommen wir nun zum Gesicht.
Spannen Sie Ihre Stirn an, indem Sie Ihre Augenbrauen ganz leicht nach oben ziehen.
Lassen Sie die Anspannung kurz wirken.
Mit dem nächsten Ausatmen entspannen Sie wieder.

Spannen Sie jetzt Ihre Augen an, indem Sie diese leicht zusammendrücken.
Spüren Sie die Anspannung?
Beim nächsten Ausatmen lassen Sie die Augenmuskeln wieder ganz locker.

Pressen Sie nun leicht die Zähne zusammen.
Halten Sie diese Spannung kurz.
Nun entspannen Sie wieder.

Pressen Sie nun die Zunge leicht an den Gaumen.
Halten Sie die Spannung kurz.
Und entspannen Sie wieder.

Bewegen Sie nun Ihren Kopf leicht nach Vorne. Bringen Sie Ihr Kinn in Richtung Ihrer Brust.
Spüren Sie die Anspannung?
Beim nächsten Ausatmen entspannen Sie wieder.

Spannen Sie nun Ihre Nackenmuskeln an, indem Sie Ihre Schultern nach oben ziehen.
Fühlen Sie die Anspannung?
Nun lassen Sie wieder los.

Kommen wir nun zur Bauchmuskulatur.
Spannen Sie Ihre Bauchmuskeln an.
Spüren Sie die Anspannung?
Nun entspannen Sie wieder.

Spannen Sie jetzt Ihren Rücken an, indem Sie den Bauch nach vorne schieben und ein leichtes Hohlkreuz machen. Fühlen Sie wie Ihre Muskeln sich anspannen?
Beim nächsten Ausatmen lassen Sie wieder los.

Spannen Sie nun Ihre Gesäßmuskulatur an.
Spüren Sie die Anspannung?
Nun wieder entspannen.

Kommen wir nun zu den Beinen.
Spannen Sie Ihren rechten Fuß an, indem Sie Ihn leicht nach vorne beugen.
Halten Sie die Spannung kurz.
Und entspannen Sie wieder.

Spannen Sie Ihre rechte Wade an, indem Sie Ihren Fuß leicht nach oben ziehen.
Beim nächsten Ausatmen wieder Entspannen.

Spannen Sie nun Ihren rechten Oberschenkel an.
Beim nächsten Ausatmen lassen Sie Ihn wieder los.

Kommen wir nun zum linken Bein.
Spannen Sie Ihren linken Fuß an, indem Sie Ihn leicht nach vorne Beugen.
Fühlen Sie die Anspannung und lassen Sie wieder los.

Spannen Sie Ihren linke Wade an, indem Sie sie leicht nach oben ziehen.
Und nun entspannen Sie wieder. Lassen Sie alle Anspannung aus Ihrer Wade entweichen.

Zum Abschluss spannen Sie Ihren linken Oberschenkel an.
Beim nächsten Ausatmen lassen Sie wieder los. Lassen Sie die Muskeln in Ihrem Oberschenkel ganz locker und entspannt.

Kommen Sie nun aus der Entspannung zurück.

Strecken und räkeln Sie sich, wie morgens beim Aufstehen.

Atmen Sie tief ein und aus.

Öffnen Sie nun Ihre Augen.

Sie sind nun wieder ganz wach und frisch.


Beim ersten Mal bin ich genau bis zur Gesäßmuskulatur gekommen, dann war ich weg. Da ich nicht geschnarcht habe, wie manch anderer Patient, merkte ich daran, dass ich von der Therapeutin nicht geweckt wurde. Erst zum Schluss, als sie die Stimme erhob, um uns wieder in die Realität zurückzuholen, wurde ich wach.
Ihr seht, auch das war eine sehr angenehme Therapie.

Nun komme ich mal zu den langen Wochenenden. Zweimal in den fünf Wochen war ich einfach mal zu Hause, wo ich mich an meinem kleinen Liebling und seiner Mama erfreuen konnte.

An einem WE war mein Schatz bei mir und hat ein paar Ausflüge mit mir gemacht. Ich wollte gerne mal nach Schwerin und der Wunsch wurde mir erfüllt. Am zweiten Tag waren wir in Waren und Röbel, da schlug das alte Seglerherz meines Schatzes gleich viel höher und es wurden Erinnerungen wach. Ich glaube alles wollte ich gar nicht wissen. grins

Meine Freundin Marianne hat mich an einem WE wieder in die "Anstalt" gebracht und blieb dann auch bis Montag, wo sie mich zu jeder Behandlung begleitete und beim Krafttraining sogar ein paar Fotos machte. Beim Gedächtnistraining durfte sie sogar mitmachen.
Leider hat es an dem Tag sehr stark geregnet, sodass ein Spaziergang mit ihr nicht möglich war. Glück für mich, so konnte ich noch eine herrliche Massage und Fußmassage von ihr genießen, sie hat nämlich goldene Hände. Insgesamt tat mir ihr Besuch sehr gut, denn wir haben viel gelacht und sie hat auch meine Raucherfreunde kennengelernt, da sie immer brav mitkam.

Tja und an meinem letzten WE habe ich einen Ausflug nach Warnemünde mitgemacht, den ich ebenfalls sehr genossen habe, denn ich liebe Warnemünde. Ich war sogar auf dem Leuchtturm. Fisch- und Eisessen stand natürlich auch auf meiner Liste und natürlich die Leute beobachten, bei einer schönen Tasse Milchkaffee, eingewickelt in einer Decke, denn es war a...kalt. Trotzdem ein schöner Nachmittag.
Am nächsten Tag, dem Muttertag kam dann mein großer Süßer, worüber ich hoch erfreut war, zumal er am Abend noch nach Köln zurückmusste, der Ärmste.
Aber wir hatten eine schöne Zeit und haben mal wieder schön gequatscht. Ich habe es genossen. Danke mein Söhnchen!

Jetzt hätte ich ja beinahe den Vatertag vergessen, der war ja auch noch in meiner letzten Woche. Da haben sich ein paar R-Freunde gesucht und gefunden und dachten sich so, man könnte ja mal nach Meyenburg fahren, da solle ja mächtig was los sein. Gedacht und getan, obwohl es auch an diesem Tag sehr kalt war. Nun ja es hielt sich mit der Stimmung sehr in Grenzen und so sind wir nach einer Stunde weitergezogen und haben uns in Wittstock im Steakhaus ein wenig aufgewärmt. Ich sage euch, wir sind durch Dörfer gefahren, da sah man keine Menschenseele, geschweige feiernde Väter.
Bei BTB war an diesem Tag immer mehr los, egal bei welchem Wetter. Was soll es im nächsten Jahr gibt es wieder einen Vatertag und ich werde dann wieder in meinem Verein mit den Mädels feiern, so Gott will, gell?

So ihr Lieben Leser, das soll es mal gewesen sein, mehr weiß ich nicht mehr denn "HIV" soll heißen "ha ick vajessen".

Hier nun noch ein paar Fotos für euch
.

02.05.2010

Halbzeit und ein wenig dazu

War mal schnell auf WE Urlaub und hatte ein herrliches Erlebnis mit meinem süßen Enkelkind und seiner Mama.
Habe so zu sagen Ferien von der Anstalt gemacht.

Das kann einem ganz schön auf Schwein gehen, wenn man nur mit Kranken zusammen ist. Schließlich habe ich es ja erwiesener Maßen am Kopp.

Aber diese zwei Tage waren Erholung pur, wenn auch etwas anstrengend, denn der Süße fordert einen ganz schön, aber die Mama ist wenn es nötig war, sofort eingesprungen.

Next week werde ich mal ein paar Fotos machen, damit ich im Anschluss an die AHB (Anschlussheilbehandlung) etwas vorzuweisen habe für Nichteingeweihte, woll?

Nun kommt gleich mein Chaffeur und bringt mich zurück und dann habe ich noch zwei Wochen, die ich durchhalten muss.

Also man sieht sich.

12.04.2010

Platzhalter

Ja es ist schon ein Weilchen her, dass ich mich gemeldet habe. Das hat viele Gründe.
Und auch jetzt dauert es wieder ein paar Wochen, denn nun muss ich zur Reha und mich wieder herstellen lassen.
Aber danach, versprochen, gibt es neues aus der Anstalt.

28.09.2009

Der Herbst steht auf der Leiter

...und malt die Blätter an, so beginnt ein Lied glaube ich und so kam es mir bei unserem letzten Trip nach Garmisch vor.

Wir sind also um zwei Uhr in der Nacht bei Regen in Richtung Bayern gestartet. Die Autobahn war natürlich voller LKWs und Transporter, die komischer Weise fast ausschließlich ein Kennzeichen hatten, welches beinahe den Schluss zuließ, wir sind in Richtung POL unterwegs und nicht nach Bayern. Nachts fahren ist nicht mein Fall, man sieht kaum was und die Markierung der Fahrbahnen lässt auch sehr zu wünschen übrig, was sich besonders bei Regen zeigt. Ich weiß ja auch nicht, da sagen sie in den Nachrichten: es wird so viel wie noch nie auf DEU Autobahnen gebaut, aber bei raus kommt nix Gutes, außer jeder Menge Staus und oft auch schwere Unfälle. GsD (Gott sei Dank) sind wir verschont geblieben so wohl mit Staus, als auch mit Unfällen. Im Berufsverkehr durch München zu fahren ist ja auch ne Zumutung, da wird ja noch mehr gebaut als bei uns, hatte ich das Gefühl.
Aber zumindest begrüßte uns der Morgen mit Sonnenschein.
Unser Ziel war das Riessersee Hotol am besagten See oberhalb von Garmisch.
Während die Herren und Damen vom DHBV ihrer Arbeit nachgingen, konnte ich mich mit der Umgebung vertraut machen und die war nicht hässlich.
Leider plagte mich die Flu, wie die Engländer zu sagen pflegen und somit waren Sauna und Schwimmhale leider tabu. Am Nachmittag konnte ich meinen Schatz überreden, mit mir zur Aulu Alm zu laufen, da ich mir fest vorgenommen hatte, endlich mal wieder einen zünftigen Kaiserschmarrn zu essen, den mir zwei Wanderinnen empfohlen hatten und ihm hatte ich ein schönes Hefeweizen in Aussicht gestellt. Wir wanderten also los - angegeben waren 25 Minuten Fußweg - er meinte gefühlte 10 km :), aber er läuft eben nicht sehr gern. Dort fast verdurstet angekommen, wurden wir von einer schwarzen Tafel an der Eingangstür mit der Aufschrift: "Donnerstag Ruhetag" empfangen. Oh je, dieser Schreck und diese Enttäuschung und dieser Durst - es gibt nichts schlimmeres als Durst, oder? Der Weg zurück war ja wie gefühlte 20 km, aber wenigstens schien die Sonne und im Hotel wartete ein aufmerksamer Kellner schon auf unsere Bestellung. Den Kaiserschmarrn habe ich am Samstag nachgeholt und der war wirklich lecker, aber auch so gehaltvoll, dass ich für eine Weile geheilt bin.
Am Freitag fuhren vier Busse in Richtung Wiesn, jedoch ohne uns, das wollte ich mir nicht antun. Wir zogen es vor, auf die Zugspitze zu fahren, nachdem wir zuvor einen kleinen Spaziergang am Eibsee zur Überbrückung der Wartezeit bis zur Abfahrt der Seilbahn gemacht hatten. Das Wetter war nicht optimal, aber wer weiß, ob ich da jemals wieder hinkomme und oben riss der Himmel auch immer wieder auf. Ein Bierchen im Höchsten Biegarten Deutschlands bei herrlichem Sonnenschein zu trinken, hat doch echt was, oder? Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr vom Tag hatten, als die Wiesnbesucher, die alle nicht sehr frisch aussahen bei der Ankunft im Hotel.
Am Samstag war ja überall herrliches Wetter, habe ich gehört, nur Garmisch hing voller Wolken, die so gar nicht verschwinden wollten, so dass ich endlich mal wieder zum Lesen kam. Ab Mittag habe ich dem Wetter getrotzt und bin gewandert und wurde wie schon erwähnt mit dem Kaiserschmarrn belohnt.
Am Abend haben uns die Bayern, die diese Tagung organisiert hatten, zu einem ihrer Hüttenabende eingeladen, mit entsprechender musikalischen Begleitung, wo normalerweise das Radio von kaputt geht, aber da gehörte es dazu. Den Schneewalzer mit Kuhglocken gespielt, hatte ich so auch noch nicht gehört - wer es mag? Ich habe es überlebt.
Aber das Gemeinste war ja wohl der Sonntag Morgen - strahlend blauer Himmel, die Berge im Morgenrot und wir mussten abreisen. Ob die was gegen uns haben?
Der geneigte Leser fragt sich sicherlich schon eine ganze Weile, was es mit meinem Zitat zu Beginn des Posts auf sich hat? Schaut die Fotos an, vielleicht kommt er drauf.



Garmisch 2009 DHBV

15.09.2009

Und wieder geht ein Sommer zu Ende

Ja sie lebt noch, auch wenn es fast schief gegangen wäre, aber Unkraut vergeht nicht und so kann auch ich hier wieder ein paar Zeilen zum Besten geben.
In meinem letzten Beitrag hatte ich mit einer Depriphase wegen des Wetters zu kämpfen, aber GsD begann kurze Zeit später dann doch endlich der Sommer und die Sonne streichelte meine Seele.
In den zweieinhalb Monaten habe ich auch einiges erlebt.
Ich bin ein Jahr älter geworden, was mir meine Familie und liebe Freunde auch recht versüßt haben, ich hatte einen wunderschönen Kurzurlaub mit meinem Kind und Enkelkind in meinem Segelverein verlebt, was auf dem Blog meiner Tochter bereits bilddokumentarisch festgehalten wurde, wir haben den 90. Geburtstag von Lilo gefeiert und last but not least hat das Kindl von meinem Schatz ein wunderschönes Mädchen zur Welt gebracht, was nicht nur den Kindsvater, sondern auch uns zu reichlich Tränen gerührt hat. (Das waren jetzt nur die highlights, es gab natürlich noch einiges mehr)
Aber das Großereignis war nun mal die Ankunft der kleinen Prinzessin in der Schweiz und wir warteten natürlich sehnlichst auf die Frage von den Kindern: Wann kommt ihr denn zu uns, die GsD auch bald kam und so machten wir uns am 06.09. auf den weiten Weg dorthin, dieses Mal mit dem Auto, es waren ja nur knapp 1000km.
Ich durfte den Anfang am Steuer machen und war guter Dinge - bis zu dem Punkt, an dem die Sonne intensiver wurde und ich meinen Schatz bitten musste, mir meine Sonnebrille aus meiner Tasche zu geben. Da waren wir schon kurz vor Hof.
Plötzlich erreichte mich die Frage: sage mal hast du eigentlich deine Tabletten dabei? Es wurde merkwürdig still, ich überlegte und kam zu dem Schluss: hier stimmt was nicht. Prompt kam der Ruf von der Beifahrerseite: fahr sofort rechts ran!
Toll wir waren auf der Autobahn und schnell mal rechts ran geht gar nicht. Die Kilometer bis zum nächsten Parkplatz wollten nicht enden, doch da war er und die Gewissheit: ich hatte das Wichtigste vergessen - traf mich wie ein Schlag.
Ja was soll das fragt sich der geneigte Leser, der nicht wissen kann, dass ich seit zwei Jahren die kleinen Pillen, die mit M anfangen, schlucke und wenn man damit plötzlich aufhört, schlimmste Entzugserscheinungen hervorrufen, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht.
Wie anfangs erwähnt - ich hab es überlebt, wobei mir die Erlebnisse am Tage sehr gut getan haben, nur nachts, da wollte ich manchmal lieber wieder zu Hause sein.
Man sollte eben so kurz vor der Abreise nicht anfangen eine Handtasche in eine andere Handtasche zu räumen und sich dabei von seinem drängelnden Schatz ablenken zu lassen - das weiß ich jetzt ganz sicher.
Der Anblick der kleinen Püppi hat mich aber immer wieder aufgebaut und ich freue mich schon auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen - und auf einen hoffentlich schönen Herbst, denn da haben wir auch wieder einiges vor.

Hier nun ein paar Fotos vom letzten Kurzurlaub.


Kurzurlaub CHE 09-09

23.06.2009

Ich weiß nicht was soll es bedeuten...

Geht es nur mir so oder haben andere auch die Nase voll von diesem "hervorragenden" Wetter?
Am letzten Wochenende war Sommeranfang - Sommer - was ist das?
Sommer war im April in der Woche nach Ostern, als ich mit Kind und Enkelkindlein in Köln war und wir eine ganze Woche lang kurzämelig und ohne Strümpfe in dünnen halblangen Hosen am Rhein entlang spazierten oder im Top gekleidet durch den Zoo wandelten mit vielen vielen Gleichgesinnten. Ja das war Sommer!!!
Aber eigentlich sollte da ja noch Frühling sein.
JA wo leben wir denn?
Da fallen mir doch ganz spontan :) ein paar Sprüche ein:
Wenn kalt und nass der Juni war - verdirbt er meist das ganze Jahr!
Mir verdirbt er erst einmal die Laune und das Woche für Woche.
Na gut - ein paar Tage hat er ja noch und kann sich noch besinnen.
Morgen ist aber der "Johannes" o. "Johanni" und da heißt es:

Wie's Wetter an Johanni war, so bleibt's wohl 40 Tage gar!

Und wenn ich mir die Wetteraussichten für morgen anschaue, dann bleibt mir fast die Luft weg - vor Wut!
"Im Juni viel Donner bringt einen trüben Sommer" und Donner hatten wir ja schon reichlich, gerade im Juni.
Ihr merkt schon - dieses Wetter macht mich depressiv - oder wie soll man das sonst deuten?
Und dann lese ich einen Spruch von E. Canetti, der da lautet:
"Die Sonne ist eine Art Inspiration, man sollte sie nicht immer haben."
Hallo? Wo hat der denn gelebt? Ich will ja nicht unverschämt sein, aber ein paar Tage mehr Sonne haben wir doch wohl verdient, oder?

Zum Glück gibt es aber auch eine andere Art von Sonnenschein und das ist wie gesagt mein Enkelchen.
Ihn brauche ich nur anzuschauen und schon scheint die Sonne.

09.01.2009

a quater....

Das kann doch nicht wahr sein...
so fing mal ein alter Schlager an - nun lacht nicht, schließlich gehöre ich ja bereits zum "Mittelalter" - aber wenn man den Flug der Zeit betrachtet, kann man doch auch zu diesem Schluss gelangen: Das kann doch nicht wahr sein...

Eben war doch erst Weihnachten, meine Tochter schenkte uns kurz zuvor einen süßen kleinen Prinzen - Lalu Rafael (Rafi) Setiawan-; meine fast Schwiegertochter überraschte uns mit der Nachricht, das zum nächsten Weihnachtsfest zwei Enkelchen unterm Weihnachtsbaum krabbeln und inzwischen ist der kleine Prinz schon über ein Vierteljahr, das "?", wie die zukünftigen Eltern das im Mutterleib heranwachsende Baby noch nennen, wird in 4 1/2 Monaten bereits geboren und in zwei Wochen ist schon wieder Ostern. - Das kann doch nicht wahr sein.... -!

Außerdem war dieser Winter besonders lang, düster und kalt und hat nicht nur bei mir zu einigen Depriphasen geführt, was nicht nur die Schreiblust in den Keller beförderte, auch die Arbeiten am Boot verzögerten sich massiv und in drei Tagen soll selbiges bereits ins kühle Nass.

Eine schöne Abwechslung in diesem Winter (neben der Zeit mit meinem kleinen Prinzen) gab es dennoch für mich - mit vielen lieben Sportsfreunden mal wieder einen Abstecher in das schneesichere Riesengebirge zu machen.
Da ich zum festen Stamm der "Wanderfreunde" gehöre, war es mir möglich, täglich auf Fotopirsch zu gehen.
Ich hatte mich eigens dafür noch schnell mit einer neuen Kamera ausgestattet und diese auch umfangreich getestet.
Einen Auszug könnt ihr im Anschluss begutachten.

So dann - ich hoffe für alle auf einen schönen sonnigen Frühling - das darf dann aber wahr sein...


PS: das oben angegebene Datum stimmt nicht ganz, an dem Tag hatte ich die Idee nur die Verwirklichung erfolgte erst heute am 01.04.09 - ist aber nicht als Aprilscherz zu verstehen :)

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